WAKE UP! ist ein Jugendmedienprojekt, das im Jahr 2020 von O₂, einer Marke von Telefónica Deutschland, in Zusammenarbeit mit dem Verein Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter und der Agentur school-outreach“Yet another E‑Zine” (YAEZ). Die Website bietet Livestreams, Workshops, Videounterricht und digitale Whiteboard-Materialien zu Cybermobbing, Desinformation und Hassreden. Claudia von Bothmer, Leiterin der Abteilung Corporate Responsibility bei Telefónica, justifies the program by noting that young users often “feel overwhelmed and alone when faced with online threats.” WAKE UP!’s Desinformationsseite warns that false content constitutes a threat to democracy – “disinformation can influence political opinion and voting decisions…and, in the worst case, lead to radical, anti-democratic attitudes” and that it “promotes polarization and division in society.”
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Wake up!
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Kommentar:
WAKE UP! macht sich die offizielle deutsche Rhetorik zu eigen, die Desinformation als Bedrohung der Demokratie darstellt. Indem die Initiative Sprache mit "radikalen, antidemokratischen Einstellungen" in Verbindung bringt, läuft sie Gefahr, Dissens als Pathologie zu behandeln, wie gut er auch gemeint sein mag. Telefónica, ein großer Telekommunikationsbetreiber, positioniert sich auf diese Weise als Hüter des zulässigen Diskurses und kultiviert gleichzeitig das Wohlwollen von Regulierungsbehörden, die eine strengere Moderation von Inhalten befürworten. Die Rolle der FSM als gesetzliche Selbstregulierungsbehörde für große Plattformen bettet das Projekt weiter in die Architektur von Regierung und Industrie ein, die die Online-Diskussion regelt. Hinter der pädagogischen Fassade verbirgt sich somit eine breitere Sicherheitsagenda, ob beabsichtigt oder nicht, und sie fördert die Idee, dass politische Abweichung die Demokratie gefährdet und daher durch von Unternehmen unterstützte Bildungskampagnen gesteuert werden muss.
WAKE UP! macht sich die offizielle deutsche Rhetorik zu eigen, die Desinformation als Bedrohung der Demokratie darstellt. Indem die Initiative Sprache mit "radikalen, antidemokratischen Einstellungen" in Verbindung bringt, läuft sie Gefahr, Dissens als Pathologie zu behandeln, wie gut er auch gemeint sein mag. Telefónica, ein großer Telekommunikationsbetreiber, positioniert sich auf diese Weise als Hüter des zulässigen Diskurses und kultiviert gleichzeitig das Wohlwollen von Regulierungsbehörden, die eine strengere Moderation von Inhalten befürworten. Die Rolle der FSM als gesetzliche Selbstregulierungsbehörde für große Plattformen bettet das Projekt weiter in die Architektur von Regierung und Industrie ein, die die Online-Diskussion regelt. Hinter der pädagogischen Fassade verbirgt sich somit eine breitere Sicherheitsagenda, ob beabsichtigt oder nicht, und sie fördert die Idee, dass politische Abweichung die Demokratie gefährdet und daher durch von Unternehmen unterstützte Bildungskampagnen gesteuert werden muss.