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Monitoring and Transfer Platform Radicalization (MOTRA)

Wichtige Geldgeber:
Bundesministerium des Innern (BMI), Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend...Alle sehen
Bundesministerium des Innern (BMI), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Weniger sehen
Starke Verbindung zu: 
German Federal Criminal Police Office (BKA), Karlsruhe Institute of Technology...Alle sehen
German Federal Criminal Police Office (BKA), Karlsruhe Institute of Technology (KIT), "Criminological Central Office (Kriminologische Zentralstelle e.V.), Wiesbaden", Berghof Foundation, University of Hamburg, Ludwig Maximilian University of Munich (LMU), Fresenius University of Applied Sciences, German Institute for Global and Area Studies (GIGA), Berlin Social Science Center (WZB) Weniger sehen

MOTRA bündelt die wissenschaftliche, behördliche und polizeiliche Zusammenarbeit im Rahmen der Extremismusforschung. MOTRA wird seit Dezember 2019 gemeinsam von den Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) als fünfjährige Forschungsinitiative zur zivilen Sicherheit gefördert (12,3 Millionen EuroDezember 2019 bis November 2024). Das von mehreren deutschen Universitäts- und Praxispartnern koordinierte Konsortium umfasst derzeit über zwanzig Institutionen, darunter die Universität Hamburg, die TU Darmstadt, das GIGA Hamburg, die Hochschule der Polizei Nordrhein-Westfalen und die Polizeiakademie Sachsen-Anhalt. Das Projekt setzt verschiedene Formen der Beobachtung ein (Kombination von Umfragen, Verfolgung von Protestveranstaltungen, statistischen Daten und Open-Source-Internetanalyse), um Entwicklungen bei mutmaßlich islamistischen, rechtsextremen oder anderen radikalisierenden Mobilisierungen zu erkennen. Die Ergebnisse werden im jährlichen MOTRA Monitor und in thematischen Briefings zu extremistischem Hass, Online-Radikalisierung und Desinformation veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurde eine zweite, bis 2028 laufende Förderphase mit einem Gesamtkosten von 8,0 Millionen Eurovon denen der Hamburger Sub-Cluster unabhängig erhielt 3,5 Millionen Euro.

Kommentar:
Die umfassende Überwachung von Protestbewegungen und digitaler Kommunikation durch MOTRA ist zwar als präventiv zu verstehen, wirft aber scharfe Fragen zur institutionellen Neutralität und zur Reichweite staatlich ausgerichteter wissenschaftlicher Untersuchungen auf. Im offiziellen Sprachgebrauch werden Desinformation, staatsfeindliche Proteste und Verschwörungstheorien mit extremistischen Bedrohungen gleichgesetzt, wodurch ein Abgleiten zwischen zivilem Dissens und Sicherheitsrisiken gefördert wird. Die Protokolle der Datenerhebung bleiben unveröffentlicht, und die Auswahlkriterien für gefährliche Äußerungen sind undurchsichtig. Das wachsende Budget und die zunehmende Reichweite des Projekts, insbesondere durch die 3,5 Millionen Euro teure Erweiterung in Hamburg, deuten auf eine langfristige Konsolidierung der Überwachungskapazitäten in einem nominell unabhängigen Forschungsumfeld hin. Es gibt keine formellen Mechanismen der öffentlichen oder parlamentarischen Kontrolle, die den Einfluss von MOTRA auf die Politik einschränken könnten. In der Tat positioniert es die Universitäten als Hilfsinstrumente der inneren Sicherheit, die nicht nur mit der Beobachtung, sondern auch mit der Antizipierung von Radikalismus betraut sind, ohne klare rechtliche Schwellenwerte oder eine breitere demokratische Rechenschaftspflicht.

Über die Organisation

Began content controls: 

2019

Status:
Aktiv
Durchführer
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