Das Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) in Münster leitet das vom BMBF geförderte Projekt HybriD - Real-Time Detection of Disinformation Campaigns in Online Media. Interessant 2,24 Millionen Euro über drei JahreDas Konsortium - das aus dem IfK, dem Institut für Wirtschaftsinformatik in Münster, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und dem Berliner Analyseunternehmen complexium besteht - erhält fast 2 Millionen Euro aus der Linie "Agile Forschung" des Ministeriums für digitale Desinformation. HybriD kombiniert die maschinelle Analyse von Daten sozialer Plattformen mit menschlicher Codierung, um "hybride" Propaganda zu erkennen, die Bots, Sockenpuppen und koordinierte Meinungsmacher miteinander verbindet. Das Unterteam des IfK unter der Leitung von Thorsten Quandt untersucht den Lebenszyklus solcher Kampagnen und destilliert Musterarchetypen für ein Live-Dashboard, das theoretisch Journalisten und Behörden warnen kann, während der reguläre Nachrichtenfluss ungehindert weiterläuft.
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HybriD
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"Institut für Kommunikationswissenschaft, Universität Münster", Complexium GmbH, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) Weniger sehen
Kommentar:
HybriD verkörpert den aktuellen Glauben Deutschlands an technische Wächter. Ein Algorithmus patrouilliert durch die Zeitachse, Forschungsassistenten kennzeichnen die Anomalien und ein Armaturenbrett blinkt rot, wenn die Muster mit dem Archiv übereinstimmen. Das System verspricht Schnelligkeit. In einer Pressemitteilung wird betont, dass "normale" Nachrichten unangetastet bleiben, aber sobald eine Warnleuchte blinkt, würde sicherlich der Druck steigen, die Verbreitung zunächst zu drosseln und später zu überprüfen. Die Finanzierung durch das Bildungsministerium garantiert zwar den Zugang zu den Daten, aber das Projekt wird auch in Richtung offizielle Pietät gelenkt: Schärfere Fragen über den Spin der Regierung stehen nicht auf dem Arbeitsplan. HybriD mag Bot-Salven tatsächlich schneller erkennen als die heutigen Redaktionspraktikanten, aber die Maschine wird nicht erklären, warum Online-Phantome oft glaubwürdiger erscheinen als die von Ministern und Experten einstudierten Argumente.
HybriD verkörpert den aktuellen Glauben Deutschlands an technische Wächter. Ein Algorithmus patrouilliert durch die Zeitachse, Forschungsassistenten kennzeichnen die Anomalien und ein Armaturenbrett blinkt rot, wenn die Muster mit dem Archiv übereinstimmen. Das System verspricht Schnelligkeit. In einer Pressemitteilung wird betont, dass "normale" Nachrichten unangetastet bleiben, aber sobald eine Warnleuchte blinkt, würde sicherlich der Druck steigen, die Verbreitung zunächst zu drosseln und später zu überprüfen. Die Finanzierung durch das Bildungsministerium garantiert zwar den Zugang zu den Daten, aber das Projekt wird auch in Richtung offizielle Pietät gelenkt: Schärfere Fragen über den Spin der Regierung stehen nicht auf dem Arbeitsplan. HybriD mag Bot-Salven tatsächlich schneller erkennen als die heutigen Redaktionspraktikanten, aber die Maschine wird nicht erklären, warum Online-Phantome oft glaubwürdiger erscheinen als die von Ministern und Experten einstudierten Argumente.