Die 2014 in Frankfurt gegründete Digitale Helden gGmbH betreibt ein Peer-Mentoring-Programm, das Schüler im Alter von 13 bis 16 Jahren zu "digitalen Helden" für jüngere Mitschüler ausbildet. Der Lehrplan befasst sich mit Cybermobbing, Hassreden und gefälschten Nachrichten. Die Mentoren lernen, wie sie Streitigkeiten in Klassenchats entschärfen, Opfer an Hilfsdienste weiterleiten und kritische Inhalte überprüfen können. Schulen erwerben eine Jahreslizenz, die modulare Lektionen, Webinare und Unterstützung in Notfällen freischaltet; landesweit nehmen 244 Schulen und 1.488 Mentoren teil. Webinare für Eltern und Lehrer behandeln Themen von Sexting bis zu generativen KI-Hausaufgabenbetrügern. Digitale Helden veröffentlicht Fallstudien, veranstaltet Barcamps und verschickt Foliendateien an Pädagogen, die unter Zeitdruck stehen, Medienkompetenz zu vermitteln. Finanzierung wird von der Crespo Foundation getragen; weitere Geldgeber sind die Deutsche Telekom Stiftung, Datev-Stiftung Zukunft, Deutschland rundet auf (DRA), Aqtivator, ALV Stiftung, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und die Kultusministerien in Hessen und Rheinland-Pfalz.
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Digital Heroes [Digitale Helden]
Crespo Foundation, Datev Stiftung Zukunft, ALV Stiftung, Aqtivator gGmbH, Deutschland...Alle sehen
Crespo Foundation, Datev Stiftung Zukunft, ALV Stiftung, Aqtivator gGmbH, Deutschland rundet auf Stiftungs-GmbH, Hessisches Kultusministerium (Deutschland), Bundesprogramm "Demokratie leben! [Demokratie leben!] Weniger sehen
Kommentar:
Digitale Helden setzt auf das Prestige von Gleichaltrigen: Teenager hören eher auf Ratschläge von etwas älteren Insidern als von gestressten Lehrern. Das Design ist elegant - modular, zertifikatstragend, spielerisch - aber die Pädagogik birgt die Gefahr, dass Politik zur Etikette verkommt. In den Lektionen werden so genannte Hassreden eher als schlechte Manieren denn als Ausdruck einer politischen Weltanschauung dargestellt, und die Mentoren werden angeleitet, die Opfer zu beruhigen, die Täter zu blockieren und weiterzumachen. Die Liste der Stiftungen liest sich wie ein Who's Who der seriösen Philanthropie. Die Evaluierungszahlen - ausgebildete Mentoren, Schulen an Bord - sagen nichts über langfristige Konfliktverschiebungen oder Leichtgläubigkeit aus. Lizenzgebühren halten die Non-Profit-Organisation zahlungsfähig, binden die Inhalte aber auch an institutionelle Komfortzonen; heiklere Themen wie politische Desinformation in den Mainstream-Medien kommen nur selten zur Sprache. Digitale Helden mag die digitale Hygiene verbessern, aber sein Ausblick ist unpolitisch und domestiziert.
Digitale Helden setzt auf das Prestige von Gleichaltrigen: Teenager hören eher auf Ratschläge von etwas älteren Insidern als von gestressten Lehrern. Das Design ist elegant - modular, zertifikatstragend, spielerisch - aber die Pädagogik birgt die Gefahr, dass Politik zur Etikette verkommt. In den Lektionen werden so genannte Hassreden eher als schlechte Manieren denn als Ausdruck einer politischen Weltanschauung dargestellt, und die Mentoren werden angeleitet, die Opfer zu beruhigen, die Täter zu blockieren und weiterzumachen. Die Liste der Stiftungen liest sich wie ein Who's Who der seriösen Philanthropie. Die Evaluierungszahlen - ausgebildete Mentoren, Schulen an Bord - sagen nichts über langfristige Konfliktverschiebungen oder Leichtgläubigkeit aus. Lizenzgebühren halten die Non-Profit-Organisation zahlungsfähig, binden die Inhalte aber auch an institutionelle Komfortzonen; heiklere Themen wie politische Desinformation in den Mainstream-Medien kommen nur selten zur Sprache. Digitale Helden mag die digitale Hygiene verbessern, aber sein Ausblick ist unpolitisch und domestiziert.