DESIVE² – Desinformationsverhalten verstehen (“understanding disinformation behavior”) is a BMBF-finanziertes Forschungsprojekt mit einem Budget von 1,33 Millionen Euro, das Ende 2021 begann und bis Ende 2024 läuft. Coordinated by the Web-Science department at Kiel University, it joins the ZBW – Leibniz Information Centre for Economics and the civic-tech group Grenzenlos Digital e.V. The consortium studies how health-related falsehoods borrow scientific language and design to appear trustworthy. Work packages collect large samples of German-language web and social-media posts, code the authority signals they display (citations, graphs, expert photos) and run survey experiments that test which features increase perceived credibility. Planned outputs include an open taxonomy of “pseudo-scientific provenance,” methodological papers and practical recommendations for journalists, fact-checkers and patient organizations. A public blog documents interim findings. DESIVE² thus positions itself as a bridge between communication research and agents who must decide, daily, whether a medical claim looks like science or simply imitates it.
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DESIVE²
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Kommentar:
DESIVE² füllt mit seinem Fokus auf faux-akademischem Styling eine Lücke in der überfüllten deutschen Desinformationslandschaft, in der parteiische Rahmenbedingungen die Forschung dominieren. Das gemischte Design aus groß angelegter Inhaltskodierung und Wahrnehmungsexperimenten verspricht empirische Strenge. Partner aus der Industrie sind nicht beteiligt, was die Studie vor der Beeinflussung durch Plattformen schützt, aber auch bedeutet, dass der Zugang zu privaten Engagementdaten unwahrscheinlich ist; Schlussfolgerungen über die Reichweite könnten auf unvollständigen öffentlichen Spuren beruhen. Die Initiative richtet sich an praktische Nutzer - Gesundheitsberichterstatter, Patientengruppen. Das BMBF betont das "Verstehen" gegenüber der "Intervention", so dass Kritiker DESIVE² als eine weitere Kartierungsübung ansehen könnten. Wichtiger als diese akademische Ausrichtung ist jedoch die subtilere Gestaltung der berechtigten Neugier und Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber medizinischen Informationen; bei DESIVE² sind Fehlinformationen allein den sozialen Medien zuzuschreiben, und sie sollen durch Berichterstattung und Überprüfung durch qualifizierte Experten korrigiert werden. Die Aussicht auf korrumpiertes Fachwissen ist nicht auf dem Radar.
DESIVE² füllt mit seinem Fokus auf faux-akademischem Styling eine Lücke in der überfüllten deutschen Desinformationslandschaft, in der parteiische Rahmenbedingungen die Forschung dominieren. Das gemischte Design aus groß angelegter Inhaltskodierung und Wahrnehmungsexperimenten verspricht empirische Strenge. Partner aus der Industrie sind nicht beteiligt, was die Studie vor der Beeinflussung durch Plattformen schützt, aber auch bedeutet, dass der Zugang zu privaten Engagementdaten unwahrscheinlich ist; Schlussfolgerungen über die Reichweite könnten auf unvollständigen öffentlichen Spuren beruhen. Die Initiative richtet sich an praktische Nutzer - Gesundheitsberichterstatter, Patientengruppen. Das BMBF betont das "Verstehen" gegenüber der "Intervention", so dass Kritiker DESIVE² als eine weitere Kartierungsübung ansehen könnten. Wichtiger als diese akademische Ausrichtung ist jedoch die subtilere Gestaltung der berechtigten Neugier und Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber medizinischen Informationen; bei DESIVE² sind Fehlinformationen allein den sozialen Medien zuzuschreiben, und sie sollen durch Berichterstattung und Überprüfung durch qualifizierte Experten korrigiert werden. Die Aussicht auf korrumpiertes Fachwissen ist nicht auf dem Radar.